Förderverein
Freundeskreis des Abendgymnasiums
Prenzlauer Berg
Rechenschaftsbericht 2005
Zum neunten Male soll heute Rechenschaft über die Arbeit unseres Fördervereins abgelegt werden. Mit anderen Worten, der Förderverein wird heute zehn Jahre alt. Ein Anlass, so meine ich, sich ein wenig zurückzubesinnen. Bekanntlich bestand Mitte der 90er Jahre eine für das weitere Bestehen unserer Schule kritische Situation. Es war die Rede von Schließung, von Fusionierung mit einem anderen Berliner Abendgymnasium an dessen Standort, von Zusammenlegung mit einem Tagesgymnasium – alles Überlegungen, die nicht den Erwartungen und Hoffnungen der Hörer und auch der Lehrer dieser Schüler entsprachen. Verschärfend für die staatlichen Überlegungen war auch die Tatsache eines ständigen Rückgangs der Teilnehmerzahlen, in dessen Folge einige Lehrer bereits umgesetzt werden mussten. Dieser Entwicklung wollten wir nicht tatenlos zusehen und entfachten unter Hörern und Lehrern eine äußerst konstruktive Diskussion dazu, mit welchen Mitteln wir unsere Schule so erhalten konnten, wie sie war.
Großartige Ideen wurden in dieser Phase geboren, um das Abendgymnasium in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, persönliche Beziehungen von Hörern zu Funk, Presse und Fernsehen wurden genutzt, Kontakte zum Abgeordnetenhaus geknüpft, kurzum es war eine für mich beeindruckende Bewegung entstanden, die es nun galt, in organisierter Form zum Wohle unseres Abendgymnasiums fortzusetzen. Wir lernten, dass jegliches Wirken, sei es in der Schülergewinnung, sei es in der Werbung, sei es bei der Öffentlichkeitsarbeit stets mit Geld verbunden war. Da wir von staatlicher Seite kaum Unterstützung bekamen, wurde uns sehr schnell klar, dass wir uns nur selbst helfen konnten. Und so entstand dann im Februar 1996 der Förderverein Freundeskreis des Abendgymnasiums Prenzlauer Berg, bei dem mindestens jeder dritte Hörer dieser Schule und 99% aller Lehrer von sich behaupten können, Mitglied zu sein oder gewesen zu sein. Zur Erfolgsgeschichte dieses Vereins gehört auch, dass die Begriffe Abendgymnasium und Förderverein als eine Einheit im Denken vieler verhaftet sind. Das bedeutet Anerkennung und Herausforderung zugleich.
Die erfolgreiche Arbeit des Fördervereins war nur dadurch möglich, weil sich viele, Hörer und Lehrer, für ihn engagierten. Allen voran seien hier die Mitglieder des Vorstands und die Kassierer genannt. Nicht vergessen möchte ich aber auch all diejenigen, die mit Rat und Tat die vielen Aktivitäten des Vereins unterstützten.
Was aber wären Vorstand und Kassierer ohne seine etwa 160 Beitragszahler (Veränderungen durch ständigen Neubeginn und Fluktuation). Ihnen gebührt ebenfalls mein ausdrücklicher Dank. Ich weiß, dass mancher seine Stütze mit uns teilt und dass es manchmal schwer fällt, den Beitrag zu entrichten. Dank auch an alle Kollegen, die mit ihrem Jahresbeitrag von 65 Euro eine sehr wirksame Hilfe für den Verein leisten. Unsere Schatzmeisterin wird ein insgesamt erfreuliches Ergebnis auf der Einnahmenseite bilanzieren können.
Zu recht wird auf dieser Jahreshauptversammlung Rechenschaft über erfolgte Ausgaben im Berichtszeitraum erwartet. Gemäß unserer Satzung haben wir bei der Finanzierung von Vorhaben, Projekten, Veranstaltungen oder Lehrmitteln stets davon auszugehen, dass die Förderung der Bildung an unserer Schule im Zentrum stehen muss. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir die Gelder ausgegeben, wobei der Begriff der Bildung in unserem Verständnis auch die außerunterrichtliche Bildung, die Weiterbildung und tangierende Maßnahmen, die auf die Sicherung der Bildung ausgerichtet sind, einschließen muss.
Der größte Einzelposten im Berichtsjahr war die Anschaffung eines weiteren hochmodernen Laptops. Damit wurde die im Vorjahr begonnene Modernisierung der Schule auf dem Gebiet des Computereinsatzes fortgesetzt, und auch in diesem Kalenderjahr sind weitere Mittel, zum Beispiel zur Anschaffung eines leistungsfähigen Druckers geplant. Das vom Förderverein weitgehend finanzierte Computerkabinett erfreut sich zunehmender Nutzung im Unterricht.
Nach wie vor ist unsere Website ein entscheidendes Mittel für die Informationsgewinnung über unsere Schule, für die Anmeldung zu den Kursen, aber auch für die Unterrichtsgestaltung selbst. Durch die E-Learning Plattform haben die Hörer in einzelnen Fächern u.a. die Möglichkeit, den behandelten Stoff in kompakter Form wiederzufinden, was gerade in Vorbereitung auf das Abitur sehr gern und ausgiebig genutzt wurde. Absoluter Spitzenreiter im Fach Englisch z.B. ist Stefan Rose mit 1421 Minuten Netzarbeit. Bekanntlich hat der Förderverein nicht nur die Modernisierung der Website arrangiert und finanziert, er trägt auch die laufenden Kosten, z.B. für den Server.
Aufwendungen sind wiederum auch entstanden durch den Bestseller der Schule, unseren Schulplaner. Gestiegene Produktionskosten erforderten eine weitere Subventionierung des Kalenders in Höhe von 350 Euro. Angesichts der Bedeutung dieses Mittels zur Steuerung der Bildung an unserer Schule halten wir diese Ausgabe für gerechtfertigt. Dennoch sollte zukünftig nach weniger preisintensiven Wegen bei der Produktion gesucht werden.
Ein wesentliches Anliegen des Fördervereins bestand wiederum darin, zur Sicherung eines angenehmen Lernklimas an der Schule beizutragen. Dazu wurden entsprechende Mittel bereitgestellt. Halbjährlich empfingen wir alle neuen Hörer in würdiger Form, um sie mit Geschichte und Traditionen unserer Schule und unseres Förderverein vertrautzumachen und sie selbstverständlich auch zur Mitgliedschaft zu gewinnen. Gern angenommene gesellige Zusammenkünfte wie das Frühlingsfest oder die Weihnachtsfeier fördern das Lernklima an der Schule. Insofern sind die dafür aufgewendeten Mittel nach unserer Auffassung durchaus gerechtfertigt.
Anerkannt haben wir auch sowohl herausragende Lernleistungen von Hörern anlässlich des Abiturs durch kleine Geldprämien als auch das Durchstehvermögen aller Abiturienten durch die finanzielle Förderung eines selbst gestalteten Videos und die Überreichung einer Rose als Abschlussgeschenk.
Ein besonderes Anliegen des Fördervereins bestand von jeher darin, allen Hörern, unabhängig von ihrer sozialen Situation, den Zugang zu Kultur und Bildung in unterschiedlichster Form zu ermöglichen. Zuwendungen erfolgten so unter anderem zu den Besuchen von Museen ( Jüdisches Museum, Museumsbesuch des LK Latein, holländisches Museum während der Hollandreise), Ausstellungen (Universität Dublin, Einstein Ausstellung) und für Exkursionen (Brauereibesuch, Spielbank im Rahmen des Leistungskurses Mathematik). Zuschüsse wurden auch gewährt zu Theaterbesuchen und zu einer Hörerfahrt nach Dresden.
Im Rahmen des Erfahrungsaustausches mit Lehrern anderer Abendgymnasien kam es zu regelmäßigen Begegnungen mit Lehrern aus Gießen. Der Förderverein unterstützte diese Form der Weiterbildung materiell.
Selbstverständlich hat ein Verein auch ein Eigenleben. Dazu gehören sowohl die Mitgliederverwaltung als auch die Anerkennung herausragenden Engagements für den Förderverein. Was die Mitgliederverwaltung anbelangt, so wurden Kosten für Büromaterial, z.B. zum Erstellen der Mitgliedskarten oder für die Ausweishüllen beglichen.
Fördervereinsmitglieder, sowohl Hörer als auch Lehrer, die sich in besonderem Maße im Interesse des Vereins einsetzten, wurden durch den Vorstand in angemessener Weise gewürdigt. Und nicht zuletzt wurde auch solch ein Höhepunkt im Vereinsleben wie die Jahreshauptversammlung finanziell ausgerichtet.
Alles in allem möchte ich einschätzen, dass der Förderverein auch in diesem Berichtszeitraum wiederum eine wichtige Arbeit zum Wohle unseres Abendgymnasiums leistete. Ich danke allen, die an diesem Ergebnis Anteil hatten.
Nunmehr steht die Wahl eines neuen Vorstands an. Satzungsgemäß erfolgte eine langfristige Einladung einschließlich einer vorläufigen Kandidatenliste. Aus verschiedenen Gründen werden einige Vorstandsmitglieder in der nächsten Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich danke sehr herzlich Frau Christin Gerdun, die als Vertreterin der Hörerschaft aktiv im Vorstand mitwirkte, Frau Christa Schäfer, die uns durch ihre Tatkraft eine wichtige Stütze war, und Herrn Gerd Ebert, den wir als bewährten Schatzmeister bereits auf unserer letzten Jahreshauptversammlung würdig verabschiedet haben und der nunmehr auch aus dem Vorstand ausscheidet. Dank auch an die Kandidaten für den neuen Vorstand für ihre Bereitschaft, sich ehrenamtlich an herausragender Stelle für die Ziele unseres Vereins einzusetzen.
Gestatten Sie mir abschließend noch ein paar Worte in eigener Sache. Nach nunmehr zehnjähriger Tätigkeit, zunächst als stellvertretender Vorsitzender und dann als Vorsitzender halte ich den Zeitpunkt nunmehr für gekommen, den Staffelstab in jüngere Hände zu legen, die mit frischen, neuen Ideen die Erfolgsgeschichte unseres Fördervereins fortzuschreiben werden.
Wesentliche Ziele, zu deren Realisierung ich durch mein Mitwirken beitragen wollte, sind erreicht worden:
Das Abendgymnasium Prenzlauer Berg, unsere Lern- und Arbeitsstätte, konnte trotz aller Unkenrufe erhalten bleiben.
Der Ruf unseres Abendgymnasiums als einer anerkannten Bildungseinrichtung mit sozialem Profil hat sich unter Lernwilligen längst verbreitet.
Der Förderverein hat sich als Förderer der Bildung und Träger außerunterrichtlicher Aktivitäten fest im Schulleben etabliert.
Das Abendgymnasium befindet sich trotz knapper staatlicher Zuwendungen auf dem Wege zu einer modernen Bildungseinrichtung mit Computerkabinett und E-Learning Plattform.
Diese Ergebnisse erfüllen mich mit Genugtuung, insbesondere, weil ich stets viel Unterstützung bei unseren Vorhaben gefunden habe und mit vielen tollen Leuten zusammenwirken durfte. Danke an unseren Schulleiter, an die Vorstandsmitglieder, an die Hörervertreter und die vielen hundert Fördervereinsmitglieder für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Ich wünsche meiner Nachfolgerin alles Gute und viel Erfolg bei der Führung des Fördervereins.